Die Geschichte des Bremer Freimarktes

Um über die Geschichte des Bremer Freimarkts zu berichten, muss man weit in die Vergangenheit zurückblicken. Bereits am 16. Oktober des Jahres 1035 wurde dem bremischen Erzbischof Bezelin  die Jahrmarktsgerechtigkeit verliehen; dies geschah durch den damaligen Kaiser Konrad II. Dadurch durfte die Stadt zweimal im Jahr Markt abhalten; jeweils die sieben Tage vor Pfingsten sowie sieben Tage vor dem Willehadsfest, welches immer am 8. November stattfand. Die Wandersleute und Kramer konnten fortan Ihre Waren ohne jedwede Einschränkung verkaufen.

Dieses Privileg wurde von den folgenden Kaisern jeweils erneuert, woraus resultierend der Name „Freimarkt“ entstand.

1793 war Franz der II. der letzte Kaiser, der den Bremer Kaufleuten diese Erlaubnis erteilte. Von da an konnten die Hanseaten selbst entscheiden, wann und ob sie feiern wollten. Etwa 800 Jahre lang war der Bremer Freimarkt ein reiner Warenmarkt. Erst 1809 drehte sich das erste Karussell auf dem Bremer Freimarkt. Damals betrieb es der Gastwirt Wilhelm Pohlmann. Diese Neuerung war für die Freimarktbesucher eine willkommene Abwechslung.

Bald weitete sich das Markttreiben soweit aus, dass die ersten Schausteller Absagen erteilt bekamen, aufgrund von akutem Platzmangel. Besonders nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Eisenbahnlinie gebaut wurde, bekam der Freimarkt einen regen Zulauf. Auch durch die Erfindung des elektrischen Lichtes und anderen technischen Errungenschaften, änderte sich vieles auf dem Bremer Freimarkt.

Die Jugend war vom Freimarkt begeistert; fiel doch während der Freimarktzeit bis zum Jahre 1875 an den Schulen der Nachmittagsunterricht aus.

Erst seit 1936 findet der Bremer Freimarkt beständig auf dem bekannten Platz, der Bürgerweide statt. Vorher fand er wechselnd auf verschiedenen Flächen, wie beispielsweise am Grünenkamp, auf dem Domhof oder dem Hohentorplatz statt. Nachdem 1936 der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde der Jahrmarkt nur noch einmal jährlich zugelassen.

1959 entschloss sich die bremische Bürgerschaft, den Markt immer an einem Samstag anfangen zu lassen. Bis dahin orientierte sich der Beginn immer an dem ersten Geburtstag des Freimarktes. Auf Wunsch der Beschicker wurde auch die Dauer auf insgesamt drei Wochenenden ausgedehnt.

 

Mittlerweile ist der Bremer Freimarkt einer der beliebtesten und bekanntesten Jahrmärkte Deutschlands. Rund 4 Millionen Besucher amüsieren sich jährlich auf einer Fläche von etwa 120.000 Quadratmetern.17 Tage lang steht die Hansestadt Kopf während ihrer 5. Jahreszeit.

 

 

 

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